9. Ehrenamt


19.05.2015

Die Sucht-Profis

Ehrenamtliche lernen, wie sie Menschen aus der Drogen-Abhängigkeit helfen können.


Margit Milark braucht nicht viele Sätze, um das Problem auf den Punkt zu bringen: "In Deutschland darf sich jeder tot-trinken, da gibt es keine Gesetze dagegen. "Wer nach Alkohol oder Tabletten süchtig ist, stehe oft alleine da. Dagegen bildet Milark seit über 20 Jahren Suchtkrankenhelfer an der Volkshochschule (VHS) Wolfsburg aus, helfende Hände für Suchtkranke in der Sackgasse.
Im April 2015 erhielten erneut 16 Teilnehmer nach einjähriger Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer ihre Zertifikate. Das Besondere: Einige der Absolventen kennen auch die andere Seite, die Hilflosigkeit eines Süchtigen. Ruth Tierfelder war selbst betroffen. "Alkohol" sagt sie ganz offen. Vor elf Jahren habe sie die Sackgasse selbst erkannt. Die heutige 47-Jährige sah nur noch einen Ausweg: "Ich ging zu einer Selbsthilfegruppe in Brome, gleichzeitig machte ich eine ambulante Therapie in Königslutter", blickt die Mutter eines Sohnes zurück.
Heute leitet sie die Gruppe in Brome ehrenamtlich mit. "Zurzeit haben wir 5 Menschen in der Gruppe", erzählt Ruth Thierfelder. Die Gespräche in der Runde seien für viele ein wichtiger Schlüssel zur Veränderung. Doch den ersten Schritt, sich an eine Selbsthilfegruppe zu wenden, den müssten viele alleine machen, so Thierfelder.
Die Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer habe sie gemacht, um die neusten Erkenntnisse in die Gruppe einzubringen. Das bedeutete für sie am Wochenende zurück auf die Schulbank in der VHS Wolfsburg. Insgesamt 190 Stunden dauert die Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer, verteilt auf elf Wochenenden. Das Angebot nehmen besonders viele Ehrenamtliche aus paritätischen und sozialen Einrichtungen war, berichtet Dozentin Margit Milark. Aber wer in dem speziellen Kontext arbeitet, bildet sich in dem Kurs fort, genauso wie große Betriebe ausgewählten Mitarbeitern die Ausbildung finanzieren. "Das große Problem ist, dass bei uns in Deutschland immer nur hinterm Rücken gesprochen wird."
Auch die Familien seien meist überfordert, weil die nötige Distanz zu den Betroffenen fehle, so Milark. Dies mache die Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer so wichtig: Jemand, der die nötige Distanz habe, aber für die Anzeichen einer Suchterkrankung sensibilisiert ist. Auch Olaf Kehring aus Velpke hat in diesem Jahr die Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer abgeschlossen. Sein Arbeitgeber, das Klinikum Wolfsburg, bat den 52-Jährigen darum. Der Grund: Kehring griff beherzt ein, als sein Kollege seine Alkoholsucht am Arbeitsplatz nicht mehr verbergen konnte. Er brachte ihn in eine Therapie unter. Jetzt ist er Ansprechpartner für alle rund 1600 Mitarbeiter im Klinikum.
Wie Kehring ist auch Anette Pieper jetzt betriebliche Suchtkrankenhelferin - bei der Polizei Wolfsburg-Helmstedt. Sie bringt dort ihre eigenen Erfahrungen einer Suchterkrankung ein. Seit ihrer Geburt leidet sie an einer Rheuma-ähnlichen Erkrankung. Irgendwann war sie abhängig von den Schmerzmitteln. Sie ging freiwillig in eine Therapie, machte den Medikamentenentzug.

Service

  • Die VHS-Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer dauert ein Jahr - mit 190 Stunden an elf Wochenenden.
  • Auf den Kurs baut die zweijährige Ausbildung zum Suchtberater auf, die die VHS im Wechsel zum Suchtkrankenhelfer anbietet.
  • Die Ausbildung zum Suchtkrankenhelfer kostet an der VHS Wolfsburg 530 Euro, für den Suchtberater 880 Euro. Weitere Informationen im Internet unter: www.vhs-wolfsburg.de

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